28. Juli 2025 serok

Radikale Selbstakzeptanz: Was Eminem mit meinem inneren Kind zu tun hat

Um meine Gefühle zu regulieren, nutze ich das Schreiben. Angefangen hat das bereits, als ich noch ein Kind war. Damals war ich ein grosser Britney-Spears-Fan. Ich habe voller Freude vor meinem Kleiderschrankspiegel getanzt und zu ihren Liedern mitgesungen. Mein grosser Bruder schenkte mir ihr Album „Oops… I Did It Again“, als ich mit zwölf Jahren in den Herbstferien wegen einer Gesichtslähmung zwei Wochen ins Krankenhaus musste. Ich blickte auf zu einer Frau, die alt genug war, um mein Idol zu sein, aber zu jung, um meine Mutter sein zu können. Genau das machte die Faszination aus, was ich heute als erwachsene Frau gut nachvollziehen kann.

In meinem Beruf als Lehrerin war ich in meinen Zwanzigern täglich in der Situation, dass junge Mädchen zu mir aufschauten, mich nachahmten, mir sogar Kleidung nachkauften. Jetzt, in meinen Dreissigern, komme ich in ein Alter, das dem ihrer Eltern immer näher kommt. Die Kinder und Jugendlichen schauen heute eher zu Lehrpersonen auf, die zehn Jahre jünger sind als ich. Daran erkenne ich einmal mehr, wie wichtig es ist, im Moment zu leben. Ich war sehr gerne eine junge Lehrerin. Aber ich bin auch gerne da, wo ich mich jetzt befinde.

In meiner jetzigen Lebensphase bin ich an einem spannenden Punkt. Dank meiner Reflexionsarbeit passiert es nur noch selten, dass ich andere Menschen idealisiere oder sie als Idole betrachte. Und doch ist es in meinem aktuellen Urlaub passiert: Ich bin auf den Künstler Eminem gestossen – definitiv sehr spät. Obwohl in meinen Zwanzigern Hip-Hop-Partys am Wochenende ein Muss waren, habe ich ihn selten bewusst gehört.

Ironischerweise bin ich über seine Tochter Hailie auf ihn gestossen, durch ihre Podcastfolge „Leave Mental Breakdowns Alone“. Man könnte meinen, die meisten Menschen stossen über Eminem auf Hailie. Bei mir war es umgekehrt.

Was mich an diesem Künstler so fasziniert, ist, dass er bereits in seinen Zwanzigern eine brutale Form von Selbstakzeptanz praktiziert hat. Er wirkt extrem ehrlich und direkt. Er steht zu seiner Geschichte und hat seine Wunden gemeinsam mit seiner Wut durch seine Kunst verarbeitet. Dafür braucht es Talent, Kreativität und eine immense Portion Selbstbehauptung. Er hat es geschafft, sich hindurchzukämpfen, trotz Chaos, innerer Kämpfe und Gegenwind.

Ich habe mich gefragt, was meine plötzliche Faszination für ihn mit mir selbst zu tun hat und ich glaube, ich habe die Antwort gefunden.

Meine eigene innere Zerrissenheit, die ich in diesem Sommer spüre, will gesehen und anerkannt werden. Der Weg, auf dem ich mich befinde, ist nicht immer harmonisch. Die Sehnsucht nach dem, was mir im Leben noch fehlt, braucht Aufmerksamkeit. Eminem hat es geschafft, durch seine Verletzungen hindurch zu einer Form von Macht zu finden, nicht trotz, sondern gerade wegen dieser Tiefe.

Meine verletzten inneren Anteile brauchen gerade meine Aufmerksamkeit. Und daher habe ich für mich erkannt: Meine Faszination für diesen Künstler hat vor allem mit mir selbst zu tun. Die eigentliche Frage, die ich mir stelle, ist: Wie kann ich heute für meine verletzliche Seite da sein, so wie Eminem für sich selbst?

 

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